iGPM-Verfahren

DAS iGPM-VERFAHREN

Das iGPM-Verfahren wurde eigens für das Team-Coaching von Sportspielmannschaften im Profi- und Leistungssport entwickelt.  Es basiert sich auf einem neuen gruppendynamischen Modell (iGP2-Modell) zur Team-Diagnose und kombiniert die Auswertung von Beobachtungen und Gesprächsinhalten des Mentaltrainers oder Sportpsychologen mit regelmäßig erhobenen Screening-Daten für die Wettkampfeinheit bestehend aus Mannschaft, Trainern und Betreuern.

iGPM steht für (i)nteractive (G)roup (P)erformance (M)odel. Beim dem iGPM-Verfahren wird der vollständige Planungszyklus eines Teams in den Blick genommen. In Ergänzung zu bekannten und bewährten Methoden der Sportpsychologie umfasst das iGPM-Verfahren eine kontinuierliche saisonbegleitende Teamdiagnose. Das Wettkampfteam als Einheit steht dabei im Mittelpunkt der Betrachtung. Es umfasst nicht nur die Athleten, sondern auch den Trainer und Betreuerstab, die regelmäßig mit der Mannschaft arbeiten. Die Grundannahme des iGP2-Modells ist, dass das Team im Verlauf der Zusammenarbeit aufgrund seiner Zusammensetzung, des Umfeldes und des spezifischen Saisonverlaufs veränderliche Eigenschaften annimmt, die sich maßgeblich auf die Leistung und die Stabilität des Teams und damit mittelbar auf Erfolg und Misserfolg des Teams auswirken.

Wissenschaftliche Grundlage des Verfahrens:

Das iGP2-Modell wurde von Heinz Wübbena im Rahmen eines externen Forschungsprojektes theoriegeleitet entworfen und anhand einer Fallstudie im Bundesligahandball validiert. Die weitere Arbeit richtet sich zunächst auf die Entwicklung und Validierung des iGPM-Fragebogens und im weiteren auf quantitative Untersuchungen zwecks Falsifizierung von Hypothesen zum iGP2-Model sowie zum Aufbau von Referenzdatenbanken.

Zu diesem Zwecke wurde eine Kooperation mit dem Institut für Sportwissenschaft der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg geschlossen. Die wissenschaftliche Leitung des Projektes hat Prof. Dr. Andreas Lau.


M
ARTIN-LUTHER UNIVERSITÄT

Professor Andreas Lau
www.uni-halle.de

Wübbena, H. (2018):
Gruppendynamik von Sportspiel-Mannschaften, Entwicklung eines feldtheoretischen Modells zur Beobachtung gruppendynamischer Prozesse,
Wiesbaden: Springer

So Funktioniert's ...

Teamdiagnose

Die aktuellen Werte der Gruppeneigenschaften, der sogenannten Gruppendynamischen Faktoren, werden im Verlauf des Planungszyklus regelmäßig zu definierten Zeitpunkten ermittelt. Als Erhebungsmethoden werden Fragebögen eingesetzt, die mit geringem Zeitaufwand individuell und bequem auf dem Smartphone, Tablet, etc. beantwortet werden können. Der Mentaltrainer oder Sportpsychologe vor Ort kann die Ergebnisse in Kombination mit seinen Beobachtungen im Training und Wettkampf sowie mit zurückliegenden und bevorstehenden Ereignissen  für das Team interpretieren. Aus den aktuellen Werten und dem Werteverlauf der Faktoren können mögliche Interventionen abgeleitet werden. Die gesamte Methode beruht auf die Kooperation aller beteiligten Gruppenmitglieder zum gemeinsamen Nutzen des Teams, und wahrt dabei die Vertraulichkeit der individuellen Befragungen. Sie setzt auf eine nachhaltige Entwicklung und den langfristigen Erfolg des Teams und sollte idealerweise als Strukturelement des Vereins oder Verbandes implementiert werden.

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Teamdiagnose

Bei der Teamdiagnose nach dem iGP2-Modell steht nicht der einzelne Akteur sondern die Gruppe im Mittelpunkt der Betrachtung. Sie umfasst nicht nur die Athleten sondern auch das Trainerteam und weitere Personen der Wettkampfeinheit, die regelmäßig mit der Mannschaft arbeiten. Eine Gruppe nimmt im Verlauf der Zusammenarbeit Eigenschaften an, die charakteristisch für diese Gruppe sind und ihre Produkte wie Leistung und Zufriedenheit in dynamischen Prozessen beeinflussen.

Neben regelmäßigen persönlichen Gesprächen mit den Akteuren und Teamgesprächen, sowie den persönlichen Beobachtungen des Sportpsychologen fließen regelmäßige Erhebungen der gruppendynamischen Faktoren in die Teamdiagnose mit ein. Ziel ist es, immer einen gesamten Wettkampfzyklus (Ligasaison, Olympiazyklus, etc.) in den Blick zu nehmen, aktuelle Werte der dynamischen Faktoren zu ermitteln und ihre Wertentwicklungen im Zeitverlauf zu verfolgen. In regelmäßigen Zeitabständen während des Planungszyklus werden diese Faktoren über eine Online-Befragung aller Akteure des Teams ermittelt. Grundlage des Diagnoseverfahrens ist die Anonymität individueller Daten, die Vertraulichkeit aller Gesprächsinhalte und das gemeinsame Ziel, die Teamdiagnose kooperativ für die positive Entwicklung, maximale Leistungsentfaltung und Zufriedenheit und Stabilität des Teams einzusetzen.

Interventionsansatz

Die teambezogene Arbeit stützt sich neben der Auswertung von Gesprächen und Beobachtungen des Mentaltrainers oder Sportpsychologen auf die regelmäßigen Ergebnisse des Diagnosetools.

Wertveränderungen und Verläufe aller gruppendynamischen Faktoren werden mit den Zielsetzungen und Ergebnissen des Teams synchronisiert. Daraus lassen sich kritische Entwicklungen und Ansatzpunkte für mögliche Interventionen mit dem gesamten Team, Teilen des Teams oder einzelnen Akteuren ableiten.

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